Marokko & Mauretanien // 2011

MAROKKO & MAURETANIEN // APRIL, MAI 2011


ROUTENVERLAUF
Grainau – Livorno – Barcelona – Tanger Med – Agadir – Guelmim – Grenze Marokko/Mauretanien – Nouakchott – Guelmim – Sidi Ifni – Tiznit – Tal der Ammeln – Tafraoute – Ait-Baha – Taroudannt – Tiz n’Test-Pass – Asni – Oukaimeden – Marrakesch – Meknes – Chefchaouen – Tanger Med – Livorno – Grainau.

30.04.2011 – Beginn meiner Motorradtour in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen, Richtung Marokko und Mauretanien,
diesmal als Solofahrer. Nachdem ich spät Nachmittags, nach 620 km mit meiner BMW R1100GS im Hafen von Livorno ankam, setzte ich mit der Fähre über Barcelona, nach Ceuta / Tanger über. Nach 2 1/2 Tagen Ruhezeit auf der Fähre begann meine Motorradtour in Nord-Marokko. Mein Ziel: die Sahara!

04.05.11 – Ankunft in der Western- Sahara, vorbei an Agadir nach Höhe Guelmin
Von Agadir, 1500 km von der mauretanischen Grenze entfernt, ging die Wüstentour, meist parallell zur Atlantikküste, über das Geröllplateau aus der Hamada und den Sandstränden bis nach Mauretanien. Die Landschaft dort ist dünn besiedelt, die Vegetation lässt keine Landwirtschaft zu. Die Strecke war gut befahrbar, ich kam an einigen Polizei- und Militärcheckpoints vorbei, es war heiß und Sonne und Sand brannten mir in den Augen. Desto weiter ich in den Süden kam, desto karger wurde es, das Wasser war knapp, die Einkaufsmöglichkeiten so gut wie nicht vorhanden, es wurde immer stummer und stiller… Zwischen Dakhla und der mauretanischen Grenze durfte die Straße keinesfalls mehr verlassen werden, da dieses Gebiet immer noch nicht minenfrei ist.

06.05.2011 – Ankunft beim Grenzübergang zu Mauretanien, Übernachtung vor dem maurentanischen Grenzposten
Nach dem obligatorische, bürokratische Marathonlauf, d.h. Vorzeigen und Abstempeln von Papieren, Überprüfen des Motorrads, Ausfüllen von Formularen etc. , ging meine Tour dann endlich weiter. Auf der 4 km steinigen und sandigen Piste im sogenannten Niemandsland fuhr ich nun in Richtung mauretanischen Grenzposten. Hier wiederholten sich nun die Formalitäten, wichtigste „Amtshandlung“ war im Übrigen eine Erklärung daß ich mein Fahrzeug nicht im Land verkaufe! Ein guter Hinweis: Auf gar keinen Fall die Geschenke für die Beamten vergessen! Selbstverständlich werden Euros gern gesehen, aber auch weniger Wertvolles wird gerne genommen, wie z.B. Feuerzeuge, Kugelschreiber, Wein….

07.05.2011 – Ankunft in Nouakchott, Hauptstadt von Mauretanien und südlichster Punkt meiner Tour

08.05.2011 – Rückkehr von Nouakchott, an der Atlantikküste entlang. Von hier aus plante einen Abstecher von der N1 bei Guelmim direkt am Meer. Bevor ich den Plan in die Tat umsetzen konnte, erwischte mich vor Guelmim mein erster Sandsturm. Es regnete, es gewitterte und es gab sogar Überflutungen. Nach dieser Zwangspause fuhr ich nun tatsächlich von Guelmim über eine Panoramastrasse nach Sidi Ifni. Diese Panoramastrasse ist unbeschreiblich schön und abwechslungsreich. Sidi Ifni hinter mit lassend, erreichte ich nach weiteren 30 km Mirleft, ein beliebtes Aussteiger-Paradies in den Siebzigern für Amerikaner und Europäer.

09.05.2011 – Von Mirleft in die Silberstadt Tiznit. Den Namen Silberstadt verdankt Tiznit hauptsächlich seiner Silberverarbeitung und der Herstellung von äußerst filigranem Silberschmuck. Sehenswert ist die 1882 errichtete, sechs Kilometer lange Stadtmauer mit 36 Türmen und acht Stadttoren. In Tiznit bog ich wieder auf die N1 ein und setzte meine Motorradtour zum Tal der Ammeln fort.

11.05.2011 –  Tal der Ammeln. Es ist ein etwa 15 Kilometer langes Granitfelsental im westlichen Anti-Atlas in Marokko. Das Tal hat seinen Namen von den Ammeln, einem zu den Chleu gehörigen Berberstamm.

Tafraoute: Eingebettet in diesen Bergen liegt, neben weiteren zahlreichen ehemaligen Berbersiedlungen, das kleine, zauberhafte Berberdorf Tafraoute. Trotz der Hitze und der Nähe zur Sahara gibt es hier auch grüne Wiesen, Dattelpalmen und Gemüseanbau – eine Oase! Das Dorf ist für seine „blauen“ Felsen weltberühmt. Auf meinem weiteren Weg durchfuhr ich das  Gebiet der Arganienwälder. In diesem Gebiet wachsen Bäume, die einzigartig sind: Arganien oder auch Ziegenbäume genannt. Diese Natur faszinierte mich sehr: Ziegen auf Arganienbäumen, die olivenartigen Früchte fressen!?

Taroudannt: Noch höher in den Bergen liegt Taroudannt. Die Stadt wird wegen ihren lebhaften und wundervollen Souks und dem reichhaltigen Warenangebot oft als die „kleine Schwester von Marrakesch“ bezeichnet.

Tizi n‘ Test-Pass, 2.092 m: Von diesem Hochgebirgs-Pass aus hat man einen einzigartigen Ausblick auf die beiden Regionen, die er miteinander verbindet: die Sous-Ebene im Süden und die Haouz-Ebene im Norden.

Oukaimeden, 2.650 m: Über Asni, vorbei an Marrakesch erreichte ich nun Oukaimeden im Hohen Atlas. Es ist bekannt als das „marokkanische“ St. Moritz, mit Skiliften und Skischulen. Bevor ich jedoch im Ort eintraf, hatte ich ab Arhbalou eine 30 km lange Serpentinenstrasse zu bewältigen.

Toubkal-Massiv, 2.960 m: Ab Oukaimeden ging es dann über einen Schotterweg auf  2.960 m zum höchsten Punkt meiner Motorradtour. Der Ausblick war fantastisch – ich sah von dortaus den Djebel Toubkal, der mit 4.167 m der höchste Berg Marokkos ist!

Meknes, 550 m: ich fuhr nun den Weg zurück, über Marrakesch, wo ich die Überreste des unfassbaren Anschlages vom 28.04.2011 sah, bis nach Meknes, eine der vier Königsstädte Marokkos mit ca. 500.000 Einwohner. Der Name der Stadt leitet sich vom Berberstamm der Miknasa ab, die sich hier Anfang des 10. Jh. niederließen.

Volubilis, UNESCO-Weltkulturerbe: Auf dem Weg dorthin passierte ich Moulay Idriss – die heilige Stadt, die 788 durch Idriss I. gegründet wurde. Sie liegt 27 km nördlich von Meknès. Hier steht übrigens die kleine Moschee mit dem einzig runden Minarett in Marokko. Sie ist rundum mit Kufi-Schriftzeichen auf grünen Kacheln bedeckt. 2,5 km von Moulay Idriss entfernt liegt die archäologische Stätte Volubilis. Sie zeigt die am besten erhaltenen Ausgrabungen aus dem römischen Reich in diesem Teil Nordafrikas. Volubilis erlebte von 42 bis 285 n.C. ihre wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Erst als sich die Berberattacken häuften, wurde Volubilis ummauert und mit zehn Stadttoren versehen.

Chefchaouen: Nun fuhr ich über Ouazzani nach Chefchaouen, eine heilige Stadt, die Ausländern unter Androhung der Todesstrafe versperrt war. Dies hat dazu beigetragen, daß hier mittelalterliche Architektur erhalten blieb.


Tetouan: 
Tetouan ist auch als „Die weiße Taube“ bekannt. Die Medina von Tetouan ist eine der schönsten Altstädte Marokkos. Im 14. Jahrhundert war Tétouan als Seeräubernest gefürchtet und wurde deshalb wiederholt von kastilischen Schiffen angegriffen. Seit 1999 ist sie – wegen ihres gemäßigten Klimas – Sommerresidenz von König Mohammed VI.

Ksar es Seghir: Es ist ein Fischerort circa 9 Kilometer östlich des marokkanischen Hafen Tanger Med. Der frühere portugiesische Name lautet Alcácer-Ceguer, der spanische Name lautet  Alcázarseguir. Das Besondere an diesem kleine Ort sind die Ruinen aus dem 8. Jahrhundert. Die Bucht hier war so unbeschreiblich schön daß ich mir einen 2-tägigen Badeurlaub gönnte.

17.05.2011 – Überfahrt von Tanger Med nach Livorno

20.05.2011 – Rückkehr in Grainau