Äthiopien // 2012

ÄTHIOPIEN, OST-AFRIKA // HERBST 2012

In Äthiopien befindet sich das größte zusammenhängende Hochplateau Afrikas, welches sich auf Höhen zwischen 1200 bis hin zu 3500 Metern erstreckt. Auf dieser Tour bereiste ich, zusammen mit meiner Begleiterin Brigitte, einige schwer zugängliche Gebiete wie z.B. das Simien-Gebirge, sah seltene Tierarten wie z.B. der nur in Äthiopien beheimatete abessinische Steinbock und fuhr letztendlich bis zur südlichsten Region zur Kenianischen Grenze, den Grabenbruch.

06.11.2012 – Start in der Hauptstadt Addis Abeba, 2200m, dritthöchst gelegene Hauptstatt der Welt, nachdem unser Motorrad 1 ½ Tag beim Zoll festhing. Es ging los in Richtung Nord-West, zum Kratersee des Vulkans Wonchi und von dort, auf steiniger Piste weiter nach Ambo.

Hayk-See: Nördlich am Tamamber-Pass Richtung Dessie, fuhren wir zum Hayk- See. Dort bekamen wir köstlichen Fisch serviert.

Lalibea, Weltkulturerbe der UNESCO: Über die Chinese Roud, machten wir einen Abstecher auf 65km schlechter Piste nach Lalibela, zu den Felsenkirchen. Hier gibt es elf Kirchen, die um das Jahr 1250 jeweils als Monolithen aus der umgebenden Felsformation herausgearbeitet wurden. Sie messen bis zu 800 m² und erreichen zehn Meter Höhe. Die Gebäude gehören zu den größten, von Menschen, aus Stein gehauenen Strukturen der Welt.

Nil & Takaze: Wir fuhren nun über das Plateau, indem der Nil und der Takaze in tief hinabragenden Täler und Schluchten durchfliessen, zum größten See Äthiopiens und anschliessend zu den blauen Nilwasserfällen. Von dort aus sahen wir den höchsten Berg des Landes, den Ras Dachen, der 4533 m hoch ist.

Axum, Gheralta Lodge: Nachdem wir den Palast von Gondar besichtigten, ging es 270 km weiter bis Axum auf schlechter und schwieriger Piste bis wir schliesslich in der Dunkelheit die Gheralta Lodge fanden. Von dort aus hatte man eine atemberaubende Aussicht auf die Gheralta Berge.

Danakilwüste: Von Mekele ging es weiter in die Danakilwüste. Hier wurden die höchsten Lufttemperaturen der Erde gemessen – bis über 60°C ; es zählt zu den trockensten und heißesten Gegenden der Welt. Die Depression war lange Zeit vom Meer überflutet, erst in erdgeschichtlich jüngerer Zeit wurde sie wieder vom Meer getrennt. Das verdunstete Wasser hinterließ eine mehrere Meter dicke Salzschicht.

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Vulkan Erta Ale: Wir bestiegen den aktiven Vulkan Erta Ale. Der Aufsteig zum Krater dauerte 3 Stunden. Nach einer Übernachtung wurden wir von schwer bewaffneten Soldaten hinunterbegleitet, nachdem die Region, nach der Verschleppung und Ermordung an Touristen am 18.01.2012, als gefährlich gilt.

Awash: Weiter ging es nun in Richtung Awash, die Heimat der legendären Afar, ein stolzes und unbeherrschbares Urvolk. Vor einiger Zeit noch war es lebensgefählich mit den Afar in Kontakt zu kommen. Es war sehr vom wilden Aussehen  der Männer beeindruckt: der imposante Haarbusch, die ca. 40cm langen Krumdolche, die Patronengurte… In der Savanne des Awash-Tales wurden wir von zwei Männern des Stammes Afar bedroht. Sie zogen die Säbel und forderten Geld weil sie sahen, wie Brigitte ihre Kamelherde filmte. Leider steckte mein Motorrad im Sand und wir konnten nicht davonfahren. So musste ich ihnen geben was sie wollten.

Stamm der Mursi: Wir fuhren, weiterhin über staubige Pisten, oft sehr anstrengend, in Richtung Süden. Wir bogen in Yabello ab in Richtung Konso, fuhren bis nach Nikolaustag in Janka, wo der Volksstamm Mursi lebt, mit weniger als 4000 Menschen. Man kennt sie auch wegen ihren Tellerlippen.

Turmi, zentraler Siedlungsort der Hamer: Wir landeten im Südwesten Äthiopiens, in Turmi, zentralen Siedlungsort der Hamer. Im Grasland und um die Stadt herum befinden sich zahlreiche Dörfer mit einfachen Hütten. Dort campten wir eine Woche lang. Das Volk mit den 35000 Angehörigen lebt wie die meisten pastoralen Gruppen vor allem von ihren Herden, dem Hirseanbau und anderen Landwirtschaftsprodukten. Auf dem großen Wochenmarkt, der immer Montags stattfindet, bieten die Hamer ihre Erzeugnisse zum Kauf oder Tausch an. Die Hamer sind sehr gut im Töpfern. Dieses nahe Verhältnis zu Ton und Lehm drücken sie auch in ihrem Haarschmuck aus. Tötet ein Hamer-Mann einen Feind oder ein wildes Tier, trägt er als Siegestrophäe, bis zu einem Jahr nach diesem Ereignis, ein mit Federn beschmücktes Lehmkäppchen. Die Frauen „färben“ ihr Haar mit Butter, Ocker und Lehm, tragen lange mit Perlen verzierte Lederröcke und schmücken Arme und Beine mit Armbänder aus Metall. In Europa sind die Hamer wegen ihres auffallenden Initiationsrituals, dem Sprung über die Rinder, bekannt geworden. Die Zeremonie dauert 3 Tage lang. Der höhepunkt ist ein ein junger Mann (Muga), der über die Rücken von dreizehn hintereinander aufgestellten Rindern laufen muss. Ist der Parcours in eine Richtung erfolgreich bewältigt, geht es in umgekehrter Richtung weiter. Gelingt diese komplette Mutprobe ohne herunterzufallen und sich zu verletzen, ist er ein Mann. Er darf sich nun auf die Suche nach einer geeigneten Frau aus seinem eigenen oder dem Volk der Benna machen. Nebst diesem Ereignis gibt es das Ritual des „Auspeitschens der Mädchen“. Junge Clanfrauen umtanzen dabei in aufreizender und neckischer Weise, die Freunde des Bullenspringers. Werden den Herren die Damen zu aufdringlich schlagen sie mit der Gerte zu. Für die Unverheirateten ist es die höchste Ehre, ausgepeitscht zu werden. Je größer und tiefer die Wunden und umso schöner die späteren Wulstnarben, desto höher ist der Status der Frau.

Addis Abeba: Von dem südlichsten Punkt ging es nach diesem Erlebnis zurück, über Arba Minch nach Addis Ababa.